Eisenbahn & Aviatik

Die Eisenbahn und das Flugzeug zählen mit zu den herausragendsten Motoren der Industrialisierung. Dass sie der modernen Zeit nicht nur Segen gebracht haben, ist unbestritten, dennoch können wir uns die heutige Zeit ohne diese beiden Transportmittel wohl kaum mehr vorstellen. Selbstverständlich haben auch Automobil und Schiff einen ähnlichen, gleichen oder gar höheren Stellenwert, nur haben diese beiden Verkehrsträger auf mich nie dieselbe Faszination ausgeübt wie erstere.

  
Die erste Dampflokomotive von Richard Trevithick von 1802 und der erste motorisierte Flug der Gebrüder Wright von 1903
Beide Bilder: Unbekannter Autor / Wikimedia Commons / public domain

Der Bezug zur Eisenbahn entstand durch die Tätigkeit meines Vaters bei der Rhätischen Bahn in Davos. Dampfbetrieb gab es schon in meiner frühen Kindheit nicht mehr, jedoch war das Bahnbild noch stark durch die Lokomotiven des Typs Ge 6/6, dem Rhätischen «Krokodil» geprägt, welche in den 1950er Jahren einen grossen Teil der Traktion auf diesen Gebirgsstrecken leisteten. Dass die Kraftübertragung dieser Maschinen, ähnlich den Dampflokomotiven, durch ein sichtbares Gestänge erfolgte und diese «Ungetüme» ihren Dienst auch unter widrigsten Winterbedingungen anstandslos erfüllten, war wohl das, was den Beginn meiner Bahnfaszination ausmachte.

Dass mich die Fliegerei zu interessieren begann, hatte nicht wenig mit deren Entwicklung in den 1930er und 1940er Jahren zu tun. Die Flugzeuge dieser Zeit waren nicht mehr die «fliegenden Kisten» der Pionierzeit und doch noch nicht die ausgefeilten Flugobjekte der 1960er und später. Bei den Flugzeugen dieser Epoche manifestierte sich die Kraft ebenfalls in einer Weise, wie sie speziell in modernen Jets nicht mehr sichtbar ist. Beispielhaft für das sichtbar werden dieser Kraft war der Republic P-47 Thunderbolt, der auf mich den Eindruck machte, als hätten die Konstrukteure einen Riesenmotor genommen und hinten noch einen Platz für den «Steuermann» und dessen Bedienungselemente angebaut. Irgendwie haderte ich in meiner frühen Jugend immer mit dem Schicksal, nicht etwa 30 Jahre eher zur Welt gekommen zu sein, denn ich hätte meinen Platz durchaus z. B. im «Wanderzirkus Rosarius» gesehen.


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