Wie ich unterwegs war und bin.
 

Einstieg

  Wenn ich glückliche Leute in ihren Eigenheimen und Schrebergärten sah, fragte ich mich oft, weshalb da bei mir keine Glücksgefühle aufkamen. Irgendwann war mir klar, dass solche Gefühle bei mir entstanden, wenn ich mich mit Reisevorbereitungen beschäftigen konnte.

So war es denn naheliegend, dass wir einmal begannen, eine längere Reise zu planen. Diese führte uns 1971 organisiert nach Israel und nach einigen Monaten auf eigene Faust via Kreta und Rhodos in die Türkei. Nach der Heimkehr in die Schweiz war jedoch der Reiseappetit nur kurzzeitig gestillt und bald wuchs das Bedürfnis, mit einem fahrbaren «Häuschen» frei reisen zu können.

1974 entstand so ein erster Camper basierend auf einem alten VW-Bus und seither ist dies meine bevorzugte Art unterwegs zu sein.
Wer meint, Camperferien seien billige Ferien, hat aber den falschen Blickwinkel; es ist einfach die grosse Freiheit, die diese Reiseart so attraktiv macht.

Diese Seite beschreibt nicht Reisen, sondern soll die Gedanken darlegen, wann und weshalb ich mich für welche Reiseart, welches Reisemittel entschied, diese Reisemittel etwas beschreiben und auf die beiden Selbstausbauten eingehen.
 
Inhalts­verzeichnis   1. Per Autostopp
2. VW T1, 1974–1983 (Eigenausbau)
3. Mercedes-Benz T 1 601/207D, 1981–2013 (Eigenausbau)
4. Pössl Vario 499 auf Citroën Jumper 250, seit Mai 2013
 

Per Autostopp

Reiselust   Anfang der 1970er Jahre – geprägt von der Flower Power Zeit – meldete sich zum ersten Mal so richtig Reiselust. Entgegen dem Trend zog es mich aber weder nach Indien noch nach Kalifornien, mich interessierte der junge Staat Israel und die Kollektivsiedlungen Kibbuzim.

Und wenn man dann schon mal dort «unten» ist, könnte man ja auf dem Heimweg noch ein paar zusätzliche Regionen besuchen: damit kamen noch Zypern, Rhodos und die Türkei auf den Menuplan. Doch wie das angehen? Jung, erst kurze Zeit gearbeitet, war unser Budget sehr begrenzt, es blieb nur der Rucksack und der Versuch, neben gewissen Strecken die nicht anders zu machen wären, auf Autostopp zu setzen.

Da wir wussten , dass wir neben der Zeit in den Kibbuzim auch das Land bereisen und anschliessend noch durch weitere Länder ziehen wollten, galt es, alles notwendige für eine Person in einem Rucksack unterzubringen. Ich weiss heute nicht mehr wie wir das schafften, jedenfalls dauerte diese Reise insgesamt fast 10 Monate – davon allerdings insgesamt etwa 6 Monate in verschiedenen Kibbuzim – und uns mangelte eigentlich an nichts.
 
Was dabei war   Ein Minumum an Wäsche und Kleidung, Waschlappen und Frottiertuch, Zahnbürste, ein zweites Paar Schuhe, Schlafsack plus verteilt auf 2 Rucksäcke Kamera mit zwei Objektiven, Filmmaterial in Thermobox, vorbereitete Papierstreifen für Kurznotizen zu den Fotos, ein «Meta 42 Reisekocher» mit Spiritustabletten, ein Pfännchen, zwei Teller, Messer, Gabel und Löffel, Taschenmesser, ein Tagebuch, Schreibzeug, Waschmittel, Seife.

Beim Verlassen von Israel sandten wir ein Paket mit Souvenirs und für die weitere Reise nicht benötigtem Material in die Schweiz. Ebenfalls wurde belichtetes Filmmaterial schubweise per Post nach Hause gesandt.
 
Was möglich war, was nicht   Als Rucksacktourist kommt man mehr als wohl mit jeder anderen Reiseart mit Land und Leuten in Kontakt, intensiver gar noch, wenn man per Anhalter reist. Wenn man sich für diesen Weg entscheidet muss man allerdings Zeit haben, sehr viel Zeit!

Im Nahen Osten war damals die Fahrzeugdichte abseits der Hauptachsen dünn und die Einheimischen nicht unbedingt mit dieser Reiseart von Touristen vertraut. In Israel wurde zwar viel Autostopp gemacht, jedoch von Anghörigen der Armee. Diese wurden auch sehr schnell transportiert, weshalb das bei uns Touristen nicht so leicht klappte, konnten wir nie ergründen.
Wie auch immer, im Negev und später in Ostanatolien konnte es schon vorkommen, dass wir mehrere Stunden auf ein Fahrzeug warteten, das uns zwei mitnahm. Dazu gab und gibt es Strecken, die einem auf diese Weise verschlossen bleiben, da sie schlicht zu selten befahren werden. So mussten wir die eine oder andere geplante Destination schweren Herzens streichen.

Andererseits ist es schon speziell, mit einem Minimum an Ballast so lange reisen zu können, man lernt Wichtiges von Unwesentlichem zu trennen; und wir lernten auch, unsere Route flexibel den Transportmöglichkeiten anzupassen. Noch anzufügen, dass ich damals durch die beschränkt verfügbare Menge an Diafilmen lernte, sehr selektiv zu fotografieren. Aber gerade diese extreme Einschränkung sollte mich dazu bringen, über anderes Reisearten nachzudenken.
 
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VW T1, 1974–1983 (Eigenausbau)

Kurzfassung   Basierend auf einem günstig erstandenen 1964er T1 mit Hochdach – das Blech-Hochdach war damals integrierter Bestandteil der Carrosserie – erfolgte 1974 ein rudimentärer Ausbau. Immerhin war das Fahrzeug leidlich isoliert und bot das Minimum auch für grössere Unternehmungen: ein Doppelbett das in eine Sitzbank transformiert werden konnte, einen Klapptisch, ein 2-flammiges Rechaud, ein Spül-/Waschbecken mit hochliegendem 20 l-Kanister, einen Kühlschrank mit Gefrierfach und für die kühlere Jahreszeit einen Katalytstrahler. Da das Fahrzeug noch eine 6 V Anlage hatte und der 3-Weg-Kühlschrank 12 V benötigte, baute ich einen zusätzlichen 12 V Alternator ein, der über ein Doppelpulley und Keilriemen mit Spannrolle angetrieben wurde. Eine separate Wohnraumbatterie mit 70 Ah war somit schon selbstverständlich.
 
«Konzept» und Ausbau   Da der Ausbau relativ einfach vorgesehen war, ging ich ohne grosses Konzept an die Arbeit. Ausser wenigen Einschränkungen betreffend Reihenfolge der Arbeiten konnte ich gleich loslegen. Da der Laderaum etliche Rostspuren aufwies, entfernte ich das Gröbste und grundierte den ganzen Raum mit einer Rostwandlerfarbe.
Dann schnitt ich die Öffnungen in die Carrosserie für Dachluke, Belüftung des Kühlschranks und Abwasserleitung. Auf das profilierte Bodenblech legte ich eine Sperrholzplatte als Basis. Die wenigen elektrischen Verkabelungen konnte ich gut unter den Abdeckungen verlegen. Die Wände und das Hochdach isolierte ich mit Glasfasermatten. Abgedeckt habe ich diese zwei Bereiche mit dünnen Pavatexplatten. Die geschlossene Trennwand zwischen Fahrerkabine und Laderaum riss ich heraus und setzte zwei seitliche Trennwände ein, so dass in der Mitte ein Durchgang freiblieb. Dieser Durchgang erhielt später einen Vorhang.
Im Heckbereich entstand eine Kombination für das längs orientierte Bett, das in eine Sitzbank umgebaut werden konnte. Im Hochdachbereich war Platz für einen grossen Stauraum mit Klappe. Auf der linken Seite des Betts wurde das Reserverad so eingekleidet, dass ebenfalls zusätzlicher Stauraum entstand. Ein kleiner klappbarer Tisch wurde an die linke Wand angeschlagen.
Davor baute ich auf Bodenhöhe den 80 Liter SIBIR 3-Weg-Absorberkühlschrank ein. Dieser erhielt nach aussen zwei grosse Lüftungsöffnungen mit selbst erstellten, nach aussen ragenden Abdeckungen – so etwas würde heute wohl nicht mehr erlaubt. Darüber auf normaler Bedienhöhe erhielt ein Lavabo seinen Platz und unter der Decke baute ich eine isolierten Kasten für einen 20 Liter Kanister ein. So erhielt das Lavabo ohne Pumpe via Schlauch und Hahn fliessendes Wasser.
Der Kasten hatte auf der rechten Seite zwei Schwenktüren, die eine breite Öffnung ergaben. An diese zwei Türhälften ebenso wie an die Heckklappe montierte ich feststellbare Scharniere, so dass sie in beliebiger Stellung arretiert werden konnten. Die Heckklappe diente so als Lüftungsöffnung am Kopfende des Betts. Beide Öffnungen konnten mit Moskitotüll gegen die unliebsamen Viecher geschützt werden.
Gegen die Fahrerkabine im Schwenktürbereich baute ich das zweiflammige Rechaud an die Trennwand, darunter war Platz für eine 11 kg Gasflasche.
Das war dann schon alles, zumindest im grossen Ganzen. Natürlich erhielt die Wohnung ihr Feintuning wärend diverser Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, bevor es auf grosse Tour ging.
Ach ja, auf die vordere Stossstange baute ich aus Stahlrohr und Streckmetall so eine Art Kuhfänger, allerdings als Halterung für einen 10 Liter Leinensack. Aus diesem Leinensack hatten wir immer durch den Fahrtwind und die Verdunstung angenehm kühles Wasser.
 
Rückblick   Auch wenn uns das Basisfahrzeug in entfernten Gefilden einigen Kummer bereiten sollte (davon an anderer Stelle), waren wir mit dem Ausbau zufrieden. Es fehlte uns unterwegs an nichts Wichtigem und Erwartungen wachsen ja erst mit der Zeit.
 
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Mercedes-Benz T 1 601/207D, 1981–2013 (Eigenausbau)

Kurzfassung   Erste Pläne entstanden für eine vollisolierte Kabine, montiert auf einer Chassiskabine. Sie waren mehr oder weniger umsetzungsreif, als wir nach einer Reise durch die Bretagne feststellten, dass wir mit solch einem Teil Touren wie die eben beendete nicht mehr würden machen können. Was nun? Das ganze Prozedere nochmals von vorn, aber auf Kastenwagengrundriss!

Als Nachfolger baute ich somit zwischen Ende 1981 und Anfang 1983 einen neuen Kastenwagen Mercedes 601 aus. Dieser erhielt ein GFK-Hochdach, das ich in einer für meine Belange optimalen Form erstellte. Im Gegensatz zu den damals verfügbaren Kastenwagen in dieser Grösse wie dem James Cook oder dem Sven Hedin leistete ich mir den Luxus, dieses Bauvolumen optimal auf die Nutzung für 2 Personen auszulegen.
Der Innenausbau, die Geräte und die Zuladung umfassten nun alles, was auch für längere Touren abseits gängiger Pfade notwendig war, ohne dabei auf einen gewissen Komfort verzichten zu müssen. Mit diesem Ausbaustandard war zu Beginn der 1980er Jahre kein Kastenwagen zu einem vernünftigen Preis erhältlich!
 
Welche Bedingungen das Fahrzeug erfüllen sollte   Das Fahrzeug sollte es uns ermöglichen, neben Wochenenden und Ferien im mitteleuropäischen Umfeld auch abseits gängiger Touristenpfade zu reisen und vor allem in diesen Gebieten für längere Zeiträume autark zu sein. Neben der Deckung der Grundbedürfnisse inkl. einem gewissen Komfort für den Alltag musste das Fahrzeug also auch in begrenztem Masse Tauglichkeit für unbefestigte Strassen bieten und im Pannenfall auch in exotischeren Regionen ein vernünftiges Servicenetz vorfinden.
 
Fahrzeugwahl   Neben den genannten, markenbedingten Anforderungen an das Servicenetz sollte das Fahrzeug einen damals in der Schweiz für diese Fahrzeugkategorie noch nicht so verbreiteten Dieselmotor haben, der sich notfalls auch ohne Hebebühne nach vorne ausbauen liesse. Diese Bedingungen erfüllten nur der MB T1 und ein Iveco-Modell. Wegen der besseren Dichte des Servicenetzes im vorderen Orient resp. in Nordafrika und der optimaleren Innenraumverhältnisse fiel der Entscheid auf den Mercedes.

Da der VW-Bus relativ rasch an seine Verschleissgrenze gestossen war (Rost, Motor), entschieden wir uns für ein Neufahrzeug, das nach Anlieferung eine Unterboden- und Hohlraumbehandlung erfuhr. Ebenfalls dank gemachter Erfahrungen auf mangelhaften Strassen war das Fahrzeug ab Werk anstelle mit der Dreier-Sitzbank mit zwei einzelnen Bremshey-Schwingsitzen bestückt.
 
Der Auf- und Ausbau   Grobplanung

Viel Zeit hatte ich in Grobplanung und Vorbereitung investiert. Da einige Arbeitsschritte nicht revertierbare Konsequenzen hatten, war dies unumgänglich. In diesem Sinn hatte ich auch eine Gewichtsabschätzung gemacht, da ich wusste, mit 2 550 kg zul. Gesamtgewicht rasch an die Grenzen zu kommen. Die wichtigen Komponenten, die eingebaut werden sollten, beschaffte ich mir basierend auf dieser Planung. Die Feinplanung folgte dann Schritt für Schritt im Zuge des Ausbaus.

Erste Blecharbeiten

Als erste Arbeiten demontierte ich die Trennwand des Kastenwagens, eine massive und schwere Pressspanplatte. Die ganze Kasteninnenseite erhielt einen Anstrich auf Teerbasis als zusätzlichen Rostschutz. Dabei ging es vor allem darum, alle Stosskanten und Übergänge zwischen Blechen und Profilen zu behandeln.
Damit bei den folgenden Blecharbeiten nicht neben Abdeckungen fallende Späne Rostquellen bilden konnten, erfolgten die Schnittarbeiten erst nach der vorangehenden Schutzmassnahme. Ich hatte das Glück, dass ich die Maschinen (Nager, Flex-Trennscheibe, Stichsäge) von einem Kollegen leihen konnte, der zu dieser Zeit bei einem bekannten Hersteller solcher Geräte arbeitete.
Nun wurden die Ausschnitte im Blech aufgetrennt. Dazu entfernte ich als erstes die die Ausschnittsbereiche tangierenden Streben oder deren Bereiche in den Übergängen. Der Dachausschnitt wurde zu diesem Zeitpunkt erst vorbereitet. Dann folgten die Ausschnitte in Seitenwänden und der Schiebetüre, zuletzt diejenigen in den Hecktürflügeln für die Fenster. Dabei waren letztere die trickreichsten, da diese über ein Doppelprofil gehen, wobei das Innere um 10 mm äquidistant kleiner ist als das Äussere. Zuletzt schnitt ich die Öffnungen im Boden für Gaskasten und Frisch- sowie Grauwasserdurchlass. Wo notwendig, folgten kleinere Bohrlöcher. Abschliessend wurden die Kanten entgratet und mit dem Rostschutz nachbehandelt. Darauf folgte die Montage der 5 Fenster, Schutzfolien blieben drauf.

Das GFK-Hochdach – piéce de résistance

Unter den verfügbaren Hochdächern war keines, welches von der Form her meinen Anforderungen entsprach, also habe ich mich auch hier zum Selbstbau entschieden. Für die spezifischen Fragen, Materialien und Spezialwerkzeuge konnte ich auch hier auf die Unterstützung im Bekanntenkreis zählen. Da es schon ein Eigenbau sein musste, sollte es so weit wie möglich meine Sonderwünsche integrieren. Dazu gehörten: Maximale Innenhöhen minimale Aussenmasse, optimale Isolation, hohe Stabilität damit es begehbar ist, Elektroverbindungen integriert. Um mir ein Bild machen zu können, erstellte mir mein Bekannter eine Musterplatte 40 x 40 cm mit folgendem Aufbau von aussen nach innen: Weisse Gelcoatschicht, zwei Lagen GFK, 20 mm PU-Schaumplatte, eine Lage GFK, 20 mm PU-Schaumplatte, zwei Lagen GFK.
Die Negativform entstand als formgebender Spantrahmen, in den die Sperrholzplatten eingelegt wurden. Der über die Fahrerkabine ragende Alkoven erforderte eine bei Entformung separierbare Formpartie, da Hinterschneidung entstand. Daran angeformt war eine umlaufende Tropfkante. Der Auflagebereich für zwei Drittel der Bettfläche war dann eine simple Platte. Für die drei Dachfenster entstanden abgesenkte Buchten, so dass keine Elemente auf dem Dach vorstehen. Der hintere Bereich wurde, volle Stehhöhe respektierend, abgesenkt, um einen Dachträger montieren zu können.
Seitlich und hinten versuchte ich, mit Flächen einigermassen der Carrosserieform zu folgen. Im Kopfbereich brachte ich nur eine 15°-Schräge an, um die Kopffreiheit nicht zu stark einzuschränken. Das war ein Kompromiss zulasten der Aerodynamik. Die 20 mm Eckradien wurden mit Spachtelmasse eingezogen. Dazu hatte ich mir aus Messingblech entsprechende Positiv- und Negativ-Schablonen gefräst. Die Form wurde gespachtelt, geschliffen, mit der Spritzpistole lackiert und abschliessend mit Trennwachs behandelt.
Darauf erfolgte der mehrschichtige Eintrag Harz, Glasfaservlies und Iso-Platten. In der inneren 2 cm Iso-Schicht legte ich kleine Kanäle frei, in die die Elektrokabel eingelegt wurden, natürlich mit den notwendigen Überlängen für die spätere Endverlegung. Das Ausformen verlief nicht ganz pannenfrei (siehe PPP).
Der Unterstand in dem ich arbeiten konnte war hoch genug, dass ich das fertige Hochdach mit zwei Leicht-Flaschenzügen hochheben und mit dem Fahrzeug darunter fahren konnte. Erst jetzt erfolgte der Blechauschnitt im Originaldach. Als letzte Arbeit war nun noch das direkte Formen eines GFK-Lappens auf dem Randbereich der Carrosserie und die Isolation desselben nötig. Und über der Fahrerkabine wurde die vorgefertigte Bodenplatte des Alkovens eingepasst und mit Harz verklebt. Nachdem die Bohrungen für die schweren Blechschrauben umlaufend eingebracht waren, hob ich das Dach ein letztes Mal an um die Dichtmasse aufzutragen. Zuletzt wurde das Hochdach im Abstand von ca. 15 cm mit dem umlaufenden Kastenprofil verschraubt. Die Montage der drei Dachfenster, der beiden seitlichen Ausstellfenster im Alkoven, des Pilzlüfters im Heckbereich und der drei Zwangslüfter rundeten diesen speziellen Teil des Ausbaus ab.

Isolation, Raumeinteilung, Möbelbau, Verkleidung der Innenflächen

Der Kasten wurde mit Glasfasermatten beklebt, einige Hohlräume der Kastenprofile füllte ich mit Glasfaserflocken. Die Isolationsdicke ergab sich aus der Höhe der Kastenprofile der Carrosserie. Der Boden entstand aus einem Sandwich 4 mm Sperrholz – 2 cm Hartschaumplatte – 4 mm Sperrholz.
Den Möbelbau realisierte ich komplett mit 10 mm Sperrholzplatten, die Verkleidungen mit 4 mm. Um mein gewünschtes Design umsetzen zu können, rüstete ich mich mit den dazu notwendigen Maschinen und Werkzeugen aus. Das gesamte verarbeitete Holz imprägnierte ich mit einem grau eingefärbten Antifouling, die profilierten Kanten bemalte ich dunkelgrau. Beschläge verwendete ich teils aus dem Standard-Möbelbau, teils spezifische aus dem Wohnmobilbau.
Den Innenausbau realisierte ich von vorn nach hinten, begann also mit dem Alkovenbereich. Die Bettauflage ist mit den vorderen zwei Dritteln fix über der Fahrerkabine, das hintere Drittel ragt in den Wohnbereich. Dieser Teil liegt wiederum seitlich zu je einem Drittel fix auf Einbaukomponenten, die Mittelpartie ist eine Platte die nach vorne geschoben werden kann, um im ganzen Wohnbereich freie Stehhöhe zu haben.
Zwischen Fahrerkabine und Wohnbereich baute ich eine isolierte Trennwand mit einer Türe ein, die von Seite Wohnraum verriegelt werden kann. Dies ist für Situationen dienlich, wo das Fahrzeug unverschlossen bleiben muss, wie etwa auf Fähren. Dazu baute ich auch in Heck- und Schiebetüre ein Set andere Schlösser ein.
Links folgen von unten nach oben die Wassertanks, Elektroblock und ein Backofen, rechts (von aussen zugänglich) der Gasflaschenkasten, darüber der Kühlschrank und ein schmales Staufach.
Links schliesst Bad/Dusche an, es folgt der Schuh- und der Kleiderschrank, hinten die Sitzbank mit darüberliegenden Hängeschränken. Rechts folgt der Küchenblock mit einem durch die Schiebetür zugänglichen grossen Stauraum für Tisch, Stühle, Liegestühle; innen Platz für Pfannen, Geschirr und Besteck und dort liegt auch die Heizung. Über der Schiebetüre ein grosses Fach für Kochmaterialien und Gewürze. Hinten folgt wieder die Sitzbank mit darüberliegenden Hängeschränken. Über der Hecktüre ein schmales Bord für Trinkgläser. Unter den beiden Sitzbänken Stauräume, von innen und teils hinten aussen zugänglich.
Eine spezielle Konstruktion ist der Tisch zwischen den beiden Sitzbänken. Damit der Durchgang freigegeben werden kann, habe ich die Tischplatte seitlich verschieb- und in zwei Positionen einrastbar gebaut. Das dazu notwendige Schienensystem wurde mangels etwas Brauchbarem im Markt ebenfalls eine Eigenkonstruktion. Der Tisch steht auf zwei Stecksäulen und kann somit entfernt werden, damit aus den beiden seitlichen Sitzbänken ein Bett für zwei kleine Personen oder Kinder gebaut werden kann.
Sämtliche Stauräume, -fächer haben Klappen/Türen mit Schnappverschlüssen. Details finden sich unter Technische Daten und Ausrüstung

Einbau der Wasser-, Gas-, Luft- und Elektroleitungen

Die beiden übereinanderliegenden 45 l Wassertanks sind direkt miteinander verschraubt und können von aussen befüllt werden. Die Tanks sind durch einen weit hochgezogenen Schlauch belüftet → schnelles Befüllen. Durch zwei grosse stirnseitige Öffnungen können sie gut gereinigt werden. Die Wasserentnahme erfolgt mit einem Kupferrohr, dessen Ansaugöffnung ca. 10 mm über dem Tankboden liegt. Dadurch wird das Ansaugen von evtl. vorhandenem Schmutz, Bodensatz vermieden. Das Wasser wird durch 10 mm Kupferrohre zu den Verbrauchern geleitet und mit einer Druckpumpe gefördert. Der Pumpe ist ein Druckgefäss nachgeschaltet, was die Schaltzyklen der Pumpe reduziert und für einen gleichförmigeren Druck sorgt. Die Leitungen zum Küchenblock auf der rechten Seite sind im isolierten Boden verlegt. Zum Biegen der Rohre benötigte Apparate konnte ich mir von einem Installateur ausleihen.
Die Abwasserleitungen sind aus PVC-Rohren, die ich mit handelsüblichen Fittings verklebte. Sie sind durch Öffnungen im Bodenblech in einen 40 Liter Abwassertank geführt.
Die 8 mm Gasleitungen führte ich von der Duomatic durch eine abgedichtete Bohrung in den Innenraum auf einen Block mit Absperrhähnen für die einzelnen Geräte. Die Leitung zum links eingebauten Durchlauferhitzer führte ich mit der Warmluftleitung durch eine Schwelle zwischen Fahrerkabine und Wohnraum.
Die Warmluftleitungen führen zu vier Ausströmern im Mittelgang auf die Länge des Wohnraums verteilt. Ein separater Strang geht zur linken Seite ins Bad/Dusche. Dazu führte ich gelochte 35 mm Rohre hinter die beiden Sitzbänke und in den Alkoven U-förmig ums Bett in offene Randbereiche als Sperren zur kalten Aussenwand.
Die Hauptverteilung der Elektroleitungen erfolgte ja schon im Hochdach, in welchem ich die Kabel von der Speisung zu den Endverbrauchern, resp. über genügend lange offene Kabelstränge an die Verteilpunkte hinter den Möbeln leitete. Gespiesen wird das Bordnetz von einer Zweitbatterie, die ich im Kasten unter dem Beifahrersitz einbaute. Verbunden ist diese Batterie über eine Trenndiode mit dem Alternator, kann aber auch mit einem Trennschalter direkt mit der Fahrbatterie verbunden werden. Das erlaubt einerseits im Notfall die Fahrbatterie für den Wohnbereich kurz zu nutzen, andererseits bei schwächelnder Fahrbatterie die Zweite als Starthilfe zuzuschalten. Selbstverständlich ist diese Verbindung entsprechend dimensioniert. Damit ist aber auch möglich, die Fahrbatterie zur Erhaltungsladung an Landstrom zu hängen. Alle Elektro-Verbraucher sind über einen Sicherungsblock an die Zweitbatterie angeschlossen, diese ist mit einem Wächter gegen Tiefentladung geschützt.

Einbau der Apparaturen

Der Einbau der Apparaturen erfolgte rollend mit dem Möbelbau: 2-flammige Kochstelle, Spüle, Kühlschrank, Backofen, Durchlauferhitzer und Heizung mussten eingebaut und vorschriftsgemäss angeschlossen werden. Dabei war der Koch- und Spülenbereich sowie der Kühlschrank der einfachere Teil.
Mehr Augenmerk erforderten die Geräte mit Abgasführung. Mir war daran gelegen, dass durch diese Öffnungen in der Aussenhaut kein Wasser eindringen konnte. Obwohl bei Nichtgebrauch aussen Abdeckungen aufgesteckt sind, kann bei Gebrauch Wasser eindringen. Dazu drehte ich aus Aluminium Adapter, die innen eine Auffangrinne haben. In dieser Rinne ist an der tiefsten Stelle ein Schlauchnippel eingedreht. Über einen dünnen Schlauch kann eindringendes Wasser in die Abwasserrohre abfliessen.
Ausser den beengenden Platzverhältnissen gab es keine Schwierigkeiten beim Einbau und der Inbetriebnahme der Apparaturen.

PPP

Es soll jetzt niemand denken, dass dies alles ohne Pleiten, Pech und Pannen ablief. Im Nachgang halte ich sie für unwichtig, der geneigte Leser, die geneigte Leserin sollte aber nicht in die selben Fettnäpfchen treten müssen. Die wichtigsten seien somit nachstehend gelistet:
• Das Fahrzeug wurde in der falschen Farbe geliefert die uns so unangenehm war, dass wir aussen ein Umspritzen (zulasten des Lieferanten) verlangten. Also Kaufvertrag inkl. Optionen akribisch prüfen!
• Für das Spritzen der Dach-Negativform bot mir ein Kollege, der Maler von Beruf war, seine Hilfe an. Trotz eindeutiger Information, welche Eigenschaften die Farbe haben müsse, erhielt ich einen falschen Typ. Diese Farbe reagierte trotz Trennwachs auf das eingebrachte 2K-Harz. Konsequenz war, dass sich das Dach nicht aus der Form löste, diese zerschlagen werden musste und die mühsam erarbeitete Oberflächenqualität des Dachs futsch war. Die Aussenhaut musste nochmals angeschliffen und anschliessend mit dem Roller eine Deckschicht aufgebracht werden.
• Während der Installation und dem Testen der Wasseranlage kam es zum einen oder anderen «Wassereinbruch».
 
Technische Daten und Ausrüstung   Fahrzeug:
• Mercedes Benz Kastenwagen 601/207D
• Dieselmotor 4-Zylinder 2399 ccm, 72 PS (Austauschmotor)
• Fahrer- und Beifahrersitz: Bremshey-Schwingsitze
• Länge: 523 cm
• Breite: 198 cm
• Höhe: 295 cm
• Radstand: 335 cm
• Winterreifen 185 R 14 C 8 PR, Bridgestone Blizzak W800

Ausbau:
• GFK-Hochdach in Sandwichbauweise 4 cm (2 x 2 cm) mit eingelegter Verkabelung und durchgehender Stehhöhe
• 3 Dachfenster, 1x Alkoven, 1x Küche und 1x Dusche/Bad, mit Insektengitter (3x) und Verdunkelungsrollo (1x)
• Dachfenster im Hochdach eingelassen, nicht vorstehend
• 2 ausstellbare Fenster im Alkoven, isoliert, mit Insekten- und Verdunkelungsrollo
• 3 ausstellbare Fenster im Wohnbereich, isoliert, mit Moskito- und Verdunkelungsrollo
• 2 isolierte Fenster (fix) in den Hecktüren mit Vorhängen
• Wände inkl. Profile isoliert mit Glaswolle, Sperrholzverkleidung
• Boden Sperrholz Sandwichplatte mit 4 cm Hartschaumkern, Novilon-Belag
• Isolierte Wand zwischen Wohnraum und Fahrerkabine mit ebenfalls isolierter Tür

• Bett im Alkoven 145 x 200 cm, dreiteilige Matratze 12 cm, passend für Fixleintücher von Kinderbetten.
Eine Matratze kann mit dem kleinen Mittelteil der Bettauflage nach vorne geschoben werden, somit Stehhöhe im ganzen Wohnbereich bis zum Durchgang zur Kabine; Leiter mit breiten Trittstufen
• Lichte Höhe im Alkoven 60 cm

• Küchenbereich mit 2-flammigen Gasherd und Chromstahlspüle

• Bad/Dusche mit Lavabo durch Türe vom Wohnraum abgetrennt. Duschwanne mit Abdeckplatte, umlaufender Duschvorhang. Kleine Porta-Potti Chemikaltoilette

• Sitzgruppe für 4 Personen im Heckbereich, Tisch seitlich verschieb- und einrastbar für volle Durchgängigkeit.
Die Sitzgruppe kann nach entfernen des Tischs in ein Zusatzbett 128 x 162 cm umgebaut werden

• Grosszügige Staufächer und Kleiderschrank mit separatem Schuhfach.
Für Klapptisch, 2 Stühle und 2 Liegestühle grosser Stauraum von aussen (Schiebetür) zugänglich

Technik:
• Wasseranlage mit Druckpumpe und Expansionsgefäss
• Warmwasser mittels Durchlauferhitzer
• Frischwassertank: 90 l (2 Tanks à 45 l mit grossen stirnseitigen Reinigungsöffnungen)
• Abwassertank: 40 l
• Wasserreserve: 10 l Kanister, auch zum Befüllen
• Wasserentnahme: 3x, Küchenspüle, Lavabo und Dusche (plus extern an Frischwasser-Ablasshahn)
• Tankanzeige: bei 25% (22 l) von grün auf rot wechselnd – eindeutige Anzeige

• 80 l Kompressorkühlschrank mit leisem WEMO-Kompressor, halboffenes 2-Stern Tiefkühlfach im O-Verdampfer
• Wohnraumbatterie: 100 Ah (unter dem Beifahrersitz)
• Einspeise-Steckdose: 230 V, abgesichert
• Ladegerät: 12 V / 25 A, IUOU-Regelung
• Sicherungsblock
• Batteriewächter (verhindert Tiefentladung der Wohnraumbatterie)
• Solarpanel: 2 Stück auf einem Rahmen, selbstregelnd, max. 4 A Ladestrom. Die Solarpanel können auf dem Dach aufgestellt oder abgenommen und über ein Verlängerungskabel in die Sonne gestellt werden, derweil das Fahrzeug im Schatten verbleibt.
• Beleuchtung: Leuchtstoffröhren und konventionell; insgesamt 8 Leuchtkörper (4 und 4)
• Steckdosen 12 V: 1x Ø 21, 2x Ø 12
• 1 abgesicherter Anschluss 12 V mit offenen Enden im Bad zum Anschliessen einer Rasierer-Ladestation
• Volt- und 2 Amperemeter, Hauptschalter, separater Pumpenschalter
• Trenndiode zwischen Fahr- und Wohnraumbatterie, durch Batterieschalter (Natoknochen) überbrückbar
• Grosszügig dimensionierte Kabelquerschnitte

• Gasflaschen: Propan (Platz für) 2x 5,5 kg, automatische Umschaltanlage Truma Duomatic mit Fernanzeige und EisEx
• Haupthahn und 4 separate Absperrhähne für die verschiedenen Verbraucher
• 2-flammiger Gasherd
• Gasheizung Trumatic E 3300 mit Thermostatregelung, 2-stufig; Warmluftaustritte 4x im Wohnraum, 1x im Bad; Sitzgruppe und Alkoven hinterlüftet
• Durchlauferhitzer zur Warmwasseraufbereitung
• Gasbackofen

• Radio/Tonbandgerät Pioneer mit Equalizer und Lageregler (vorne/hinten) für 4 Lautsprecher, 2 Lautsprecher im Wohnraum, 2 im Alkoven

Zubehör:
• Grosser, stabiler und feuerverzinkter Dachträger (Sonderanfertigung), auf dem der Rahmen mit den 2 Solarpanel montiert ist
• 2 Verlängerungskabel 4,8 und 13,8 m mit starkem Querschnitt zum freien Stellen der Solarpanel; ausziehbare Stange zum Positionieren der Panel
• Kleines Vordach, das über der Hecktür montiert werden kann. Montage nur an der Carrosserie, keine Spannseile und Häringe notwendig (Sonderanfertigung). Erlaubt die Öffnung der Türflügel um 90° und das Bewegen des Fahrzeugs mit montiertem Vordach
• Mobile Trittstufe für die Hecktüre
• 2-teiliges Insektennetz für die Hecktüre, Befestigung mit Klettband
• 1 Paar Schneeketten
• Ersatzlampenset inkl. Sicherungen
 
Résumé   Nach 32 Jahren Nutzung – und immer noch einsatzfähig – kann man sagen, dass sich das Konzept und die Vorgehensweise bis auf Einzelheiten bewährt haben.
Es hat uns nie an etwas gemangelt und das Fahrzeug hat seinen Dienst bis auf wenige Ausnahmen sehr gut erfüllt. Wo dies nicht der Fall war, führe ich das in erster Linie auf die rauhen Bedingungen, unter denen der Camper im Einsatz war, zurück. Bei Mängeln an Auf- und Ausbau musste sich meistens der Ausführende selbst an die Nase fassen.

Natürlich passierten beim Ausbau und auch später Pannen, natürlich entwickelte sich die eine oder andere Roststelle, natürlich zeigt das Fahrzeug und die Inneneinrichtung Gebrauchsspuren von mehr als 30 Jahren intensiver Nutzung und natürlich haben wir uns manchmal geärgert. Alles in allem war dieses Fahrzeug aber ein verlässlicher Reisepartner, hat uns manches Abenteuer ermöglicht und uns unzählige schöne Stunden beschert.
 
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Pössl Vario 499 auf Citroën Jumper 250, seit Mai 2013

Kurzfassung   Schön, dass mittlerweile diese Bauform von Wohnmobilen bei den Ausbauern Anerkennung fand und nicht mehr a priori nur für die Mainstream-Kunden mit möglichst vielen Mitfahr- und Schlafplätzen angeboten wird.
Nachdem ich dies 2012 feststellen durfte, liess ich meine Pläne fallen, mir für meinen dritten Lebensabschnitt nochmals ein neues Fahrzeug auszubauen und entschloss mich zu einem Standardfahrzeug. Aufgrund meiner Erfahrungen und Anforderungen an das künftige Fahrzeug trennte sich relativ rasch die Spreu vom Weizen. Obwohl sich meine Wünsche zuerst eher wieder in einem (zu) grossen Bereich bewegten, entschloss ich mich letztendlich erneut, Baugrösse und -länge zugunsten von Handlichkeit und Beweglichkeit zurückzustellen.
Die Wahl dieses Herstellers und Modells kann zwei Sachen bedeuten: 1. Der Anbieter bietet das von mir Gesuchte in gewünschter Ausführung und Qualität an, oder 2. Ich lasse mich heute eher von Werbeversprechen blenden als in jungen Jahren. Die zu machenden Erfahrungen werden zeigen, was zutrifft.
 
Fahrzeugwahl   Diese fiel mir nicht leicht, da ich mich schwer damit tat und tue, dass heutige Fahrzeuge mit Elektronik vollgepackt sind und dadurch der Antrieb bis an die Grenzen ausgereizt wird. Deutlich wird das im direkten Vergleich der Motorisierung mit dem 207 D: dort ein rein mechanisches Aggregat mit 2,4 Liter Hubraum und 72 PS Leistung, hier 2,2 Liter mit Turbolader und 150 PS. Grundsätzlich ist das ja wunderbar, aber wie würde sich das in Regionen ohne ein ausgebautes Marken-Servicenetz verhalten? Diese Frage kann ich mangels Erfahrung noch nicht beantworten.

Die Entscheidung fiel für ein Fahrzeug der Sevel-Gruppe, da Erfahrungsberichte von Anwendern Vorteile gegenüber anderen Anbietern zeigte und das Preis-Leistungsverhältnis für mich stimmte. Ausschlaggebend für Citroën war dann der Umstand, dass der Motor über eine Steuerkette angetrieben wird und nicht durch einen Zahnriemen. Dieser hat beim Konzept der Sevel-Fahrzeuge im Wintereinsatz und damit möglichen Vereisungen im Motorraum klare Nachteile. Dazu kommt die Präferenz für Reisen in unser westliches Nachbarland.
 
Technische Daten und Ausrüstung   Fahrzeug:
• Citroën Jumper 250 Kastenwagen
• Dieselmotor 4-Zylinder 2198 ccm, 110 kW/150 PS
• max. zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
• Länge: 496 cm
• Breite: 205 cm
• Höhe: 312 cm
• Radstand: 300 cm
• Wendekreis zwischen Mauern: 11,4 m
• Wendekreis zwischen Bordsteinen: 10,8 m
• Sommerreifen: 215/70 R 15 C 109/107S, Michelin Agilis
• Winterreifen: 215/70 R 15 C 109/107R, Bridgestone Blizzak W810

Ausbau:
• Pössl Vario 499 (durch Fa. Heinrich in Zellingen)

Grundausrüstung:
• Gas-Gebläseheizung/Boiler, Truma Combi 4
• Frischwassertank ca. 75 l (intern, beheizt)
• Abwassertank ca. 80 l (extern, unbeheizt)
• Gasflaschenkasten für 2 x 11 kg
• Kontrollpanel, CBE PC 220 HE
• Ladegerät 10 A, CBE CB 510
• Elektroblock CBS DS 300 SK
• Bordbatterie, Johnson Controls Optima YellowTop 75 Ah/C20
• 12/230 V Steckdosen 1/1
• Gaskocher 2-flammig und Spüle mit Glasabdeckung, Dometic EK 2000
• Isolierung Wand PE-Schaum 20 mm
• Isolierung Dach PU-Schaum 20/35 mm
• Isolierung Boden RTM-Schaum 20 mm
• Holzdekor/Wohnwelt Rose/Nizza
• Oberflächendekor Salamanca
• Bodendekor Kokos
• Kunststoff-Isolierfenster mit Rollos 2x
• Dachfenster (isoliert) seitlich/hinten mit Rollos 3x
• Sitzplätze/Dreipunktgurte 4/4, Fahrer- und Beifahrersitz drehbar
• Schlafplätze 2
• Halbdinette (inkl. Fahrersitz) 1750 x 800 mm
• Alkovenbett 2050 x 1700 mm, Matratze 100 mm
• Dusche integriert
• Toilette, Thetford Cassette C403-L
• Verdunkelung Fahrerhaus, REMIfront IV
• Insektenschutz-Plissee Schiebetür, Remis REMIcare Van

plus Optionen:
• 120 l Dieseltank
• Klimaanlage Fahrerhaus, manuell
• Beifahrer Airbag
• Aussenspiegel elektrisch verstellbar, beheizbar
• Beifahrersitz höhenverstellbar
• Sitzbezüge Fahrerhaus wie Wohnraum
• Kühlschrank Absorber 80 l, davon Frostfach 5 l, Dometic RM 5380
• Einparkhilfe
• ESP, ASR Traction + inkl. Hill Holder
• Radio-Vorbereitung mit Lautsprechern (Antenne im Aussenspiegel links)
• Aussenspiegel elektrisch anklappbar
• Tempomat
• Duo Control CS, automatische Gasumschaltanlage mit Crash Sensor
• Fahrradträger 2-fach, Fiamma Carry-Bike 200 DJ
• Radio/CD an Bordnetz angeschlossen, JVC KD-R431
• Lautsprecher im Wohnbereich
• Markise 3,0 m, Fiamma F45 S 300
• Solarpanel 1 x 70 Wp, Alden
• Solar-Laderegler, Alden SPS300
• Trittstufe Omnistep Slide Out
• Schmutzfänger vorne
• Zusätzliche Steckdosen an der Sitzbank
• Thermomatte Fahrerkabine (aussen), Tecon Isotherm
• Winterpaket (Thermomatte für Hecktüre (innen), beheizter Abwassertank, Warmluftführung an den Wasserleitungen von Boiler bis Küche)
• Dachluke Midi-Heki mit Rollos, Kurbelversion, 60° Öffnungswinkel

zusätzlich:
• 230 V Stromaggregat Honda 10i → übernommen vom Vorgänger
• Unterfahrschutz → Nachrüstung
• Unterbodenschutz und Hohlraumkonservierung mit TimeMax 200 und 300 → Nachrüstung
• Hartstein Stossstangentrittbleche vorne → Nachrüstung
• Aussenbetankungsanschluss (zum Befüllen von Gas-Tankflaschen) → Sonderwunsch, Einbau durch Fa. Heinrich
• Zwei Alugas-Tankflaschen à 11 kg → Nachrüstung
• Motor-Standheizung mit Vorwahluhr, Webasto Thermo Top C → Nachrüstung
• Froli-Travel Bettsystem (33 mm hoch) → Nachrüstung
• Abdeckplatte in der Duschwanne → Nachrüstung
• Halter für Duschkopf → Eigenbau
• 12 V → 5,9 V Ladekabel für Rasierer → Eigenbau
• Originalbeschriftung ersetzt durch Individualbeschriftung «REFUGE»
• Abfallbehälter → Eigenbau
• Schubfach für tiefen Stauraum → Eigenbau
• zweite Bordbatterie, Johnson Controls Optima YellowTop 75 Ah/C20 → Nachrüstung 2016
• Ladegerät CBE CB 510 ersetzt durch eines mit 16 A, CBE CB 516 → Umrüstung 2016
• Kabelrolle 25 m mit CEE-Buchse und Typ J-Stecker
• 2 Adapterstecker Typ J-Buchse–Typ F-Stecker (Schuko) und Typ F-Buchse–Typ J-Stecker
• 2 Adapterkabel Typ F-Buchse–CEE-Stecker und CEE-Buchse–Typ F-Stecker
• 4 Adapter fur LPG-Betankung (Dish, ACME, Bajonett und Euronozzle)
• 4 Sandbleche (27,6 kg) → nur für Extremtouren (anstelle der Fahrräder auf dem Heckträger)
• SOG II eingebaut → Nachrüstung 2016
 
Erste Erfahrungen   Nach fast drei Jahren und rund 52 000 km kreuz und quer durch die Schweiz, Frankreich und Deutschland sind die Erfahrungen durchwegs positiv. Das Fahrzeug zeigte wider Erwarten keinerlei Schwächen und der Innenausbau inkl. Ergänzungen erfüllt die Wünsche. Der serienmässige Ausbau der Fa. Heinrich ist zweckmässig, solide und wohnlich.
Als einziger Schwachpunkt erwies sich die Batteriekapazität, dies allerdings aufgrund der stark erweiterten Nutzung in der kalten Jahreszeit und des dadurch erhöhten Strombedarfs durch die Heizung. Im Februar 2016 behob ich dies durch den Einbau einer zweiten Batterie und eines stärkeren Ladegeräts.

Der Einbau von 2 Alugas-Tankflaschen kommt unserem Reiseverhalten entgegen. Das Tanken von LPG war bis jetzt überall problemlos, die Kapazität ist mehr als genügend.
Der Einbau der Motor-Standheizung darf zwar als Luxus betrachtet werden, wirkt sich aber positiv aus: Sie dient bei tiefen Temperaturen frümorgens dem Entfernen von Kondensat oder Vereisung an der Frontscheibe, kann die Raumheizung im Frontbereich unterstützen und erlaubt in erster Linie auch bei Frost einen seidenweichen Start des Dieselmotors – «nageln» war einmal.  

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